Tag 3 – 3. Juli

Eben habe ich mich spontan entschieden, wieder mal online Tagebuch zu führen. 

Ein neues Abenteuer hat begonnen: ein zweimonatiges Praktikum in einer Kinder- und Jugendpsychiatrie über 500 km weg von Zuhause…

Was ich mir dabei mal wieder gedacht habe? Wenn ich das wüsste…

Wie manche Leser vielleicht wissen studiere ich Psychologie – mittlerweile im 6. Semester. Das sechste Semester ist dabei an unserer Uni ein Praxissemester, in welchem wir nur Praktika machen. Ich wollte verschiedene Praktika in den unterschiedlichsten Insitutionen und vor allem wollte ich mal mit Kindern/Jugendlichen im therapeutischen Kontext arbeiten. Und so kam ich dazu, mich bei einer Klinik weit weg zu bewerben und wurde genommen. 

Seit 23. Juni bin ich auch noch verlobt mit dem tollsten Menschen den ich kenne! Das macht es nicht leichter… 

Am 30.06. brachte er mich her – heute musste er wieder heim fahren. Ich bin so traurig, dass es mir schwerfällt, mich abzulenken. 

Der erste Arbeitstag war spannend, aufregend und ich war ganz positiv: sogar der Chef schien nett und sogar kompetent! Am schönsten war es, zu meinem geliebten Freund „nach Hause“ (in die Ferienwohnung) zu kommen und erzählen zu können. Das wird mir vielleicht am meisten fehlen… 

Es bleibt spannend und ich erzählen mehr! Aber jetzt versuche ich erst einmal, mich vom Trennungsschmerz abzulenken – wünscht mir Glück…
(Noch 19 Tage bis zum ersten Wiedersehen.)

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I wanted to believe…

I wanted to believe
As I watched your world
Crumble in your hands
I wanted to believe
As you raised your glass
To your last stand
And I wanted to believe
You would win
The war in your head
That I did not understand

Johnette Napolitano

Es ist seltsam die Trauer zu spüren und auszuhalten.

Ich habe ihn mal geliebt, meinen Bruder. Liebe ihn noch. Aber jetzt ist er verloren, wird nicht wieder kommen. Verloren in einer Hölle, einer Unterwelt, die kaum ein Mensch nachfühlen kann – zum Glück.

Ich muss mich verabschieden von Dir. Damit ich mein Leben wieder leben kann.

Ich hab so Großes von Dir gedacht – so Großes für Dich gehofft. Für mich war klar: aus Dir wird mal was ganz Großes. Die kleine Schwester die das Potential ihres großen Bruders sieht. Ich konnte gar nicht begreifen, dass nichts aus Dir wurde. Wieso hast Du den falschen Weg gewählt?

Wir könnten nicht unterschiedlicher sein. Und trotzdem sehe ich da immer noch das Bild von uns beiden auf einer Kaimauer in Frankreich sitzend, im Gespräch vertieft.

Du hast Dein Leben verspielt, achtlos zur Seite geworfen um der Welt Deinen Trotz zu zeigen. Aber die Welt hat es nicht interessiert. Nur Dir hast Du immer mehr Schaden zugefügt. Dir und Deinem Sohn. Wolltest Du nicht mal alles besser machen? Und hast es noch schlimmer gemacht. Einem Kind – Deinem eigenen Fleisch und Blut – mehr Kummer und Schmerz zugefügt, als ich mir vorstellen kann und will. Es tut so weh, dass Du Deinen Schmerz und Deine Wut ausgerechnet an einem kleinen unschuldigen Baby auslässt. Du willst das nicht, ich weiß. Aber du bist so weit fort, dass Du Dir gar keine Gedanken mehr darüber machst, ob es einen Einfluss auf Deinen Sohn hat, wenn er Dich im Knast besuchen muss.

Es tut mir so unendlich Leid für Deinen Sohn M. Solltest Du das eines Tages lesen, M., dann sei sicher: ich wollte immer nur das Beste für Dich. Es bricht mein Herz, Dich im Stich zu lassen. Aber ich kann Dich nicht retten. Du hattest das unfassbare Pech in eine grausige Welt hineingeboren werden mit Hass, Wut, Gewalt und Schmerz. Ich wünsche so sehr, dass Du es eines Tages gut hast, aber ich bezweifle es. Wie soll ein kleines Wesen, was in den jungen Jahren schon so viel mitmacht, sich gut entwickeln zu einem selbstbewussten fröhlichen Menschlein?

Mach’s gut, geliebter Bruder. Ich werde Dich nie vergessen.

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Goodbye

Tschüss, kurzes Intermezzo kleine Familie. Tschüss M. und tschüss E.. Es war schön aber schwer. Verabschiedet habe ich mich schon, aber jetzt ist es für immer.

Ihr werdet Euren Weg gehen – auch ohne mich. Ihr werdet es schaffen und groß werden. Ich wünsche Euch, dass ihr auch stark werdet, aber darauf habe ich keinen Einfluss. Vielleicht bist Du eines Tages erwachsen, M., und willst Deine Tante kennenlernen. Dann treffen wir uns vielleicht mal und du hast viele Fragen. Vielleicht weiß ich dann auch Antworten.

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You don’t know how sick you make me

Ich hasse Dich. Abgrundtief. Dafür, was Du mir in diesem Leben alles angetan hast – OHNE EINE EINZIGE BESCHISSENE ENTSCHULDIGUNG!

Ich hasse Dich dafür, was Du all den anderen Menschen angetan hast, die Dir scheinbar immer wieder verzeihen – OHNE EINE EINZIGE BESCHISSENE ENTSCHULDIGUNG!

Ich hasse Dich so unfassbar.

Für die Angst, die mein ganzes Leben begleitet hat. Für das Gefühl, schlecht zu sein. Für das Gefühl, nie genug zu sein. Für das Gefühl, dass es meine Schuld ist, warum Du mich so behandelst. Für all die Dinge, die Du zu mir gesagt hast. Für die seelischen Leiden, die Du mir zugefügt hast und NIE die Verantwortung für übernommen hast.

Du bist der schlechteste Mensch, den ich kenne. Ich wünsche Dir nichts Gutes – mit Dir bin ich fertig. Wenn es mir möglich ist, möchte ich nie wieder die gleiche Luft atmen müssen wie Du.

 

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Requiem

Das Requiem, auch Sterbeamt, ist die heilige Messe für Verstorbene. (Wikipedia)

Tiefe Wut begleitet diesen Schreibeprozess – vielleicht ist es auch schon Hass… Ich möchte ihn leiden sehen, möchte, dass er um sein Leben Angst hat. Möchte, dass er bettelt. Die blinde Wut erinnert mich an seine. Sie macht mir Angst aber sie nährt mich auch – ist wichtig zum Leben!  Ich bin froh, an diesem Punkt zu sein. Scheiß auf Anstand, scheiß auf Trauer, scheiß auf Mitleid! Wut und Hass regieren – und das tut gut…

Worum es geht? Ach, wie soll ich das nur in Worte fassen? Aber ich will es versuchen, um so vielen Frauen da draußen Mut zu machen und Hoffnung zu geben…

Es begann… Ja, eigentlich schon vor 20 Jahren. Als mein Bruder sich entschied, seine Verantwortung an die Drogen abzugeben und jegliche Handlungen zu rechtfertigen mit der Aussage, seine Kindheit sei schuld. Er missbrauchte mich jahrelang psychisch. Immer hatte ich die Angst, dass er mal zuschlagen würde – so wie er schon die Tür zerstört hatte, sein Cello, das Glas in der Haustür etc…  Mit ca. 15 Jahren (er war 18) – oder war es früher? – erzählte er mir stolz es gäbe „nichts besseres als ein Bier und ’ne Line Koks“. Mit ca. 16 Jahren ließ er mich an seinen großartigen Geschäften teilhaben: wie er Marihuana verkauft und dass er es in meinem Zimmer lagere. Wie unheimlich lukrativ und super das sei – wenn er konsumieren wolle sei immer etwas da. Und dann waren da noch die Ausraster: er beschimpfte mich („asozial“, „hässlich“, „dumm“…) und schüchterte mich aufs Übelste ein. Mein ganzes Leben hatte ich Angst. Angst, dass jedes Wort das Falsche sein würde. Angst, dass mein Schweigen dazu führen würde, dass er wieder ausrastete. Ein Drahtseilakt, ein Tanz über dem Abgrund den ich nie gewinnen konnte. 

Oft brach ich nach einer besonders schlimmen Episode den Kontakt ab. Dann die Hoffnung: Anfang des Jahres heiratete er und im Juni sollte sein Sohn kommen. Ich war mir sicher: jetzt würde alles anders werden. Verabredete mich mit ihm – und merkte gleich: der ist drauf, das kann nicht gut gehen. Und wieder einmal ein Tanz über dem Abgrund den ich verlor und der mit einem Besuch bei meiner lieben Therapeutin nachts um 23:30h und Benzos endete – ich hatte mir immer geschworen, nie Benzos zu nehmen… 

Aber warum erzähle ich die Vorgeschichte? Um das Folgende einzuleiten. Am 29.10. waren mein Freund und ich bei Mama zum Essen eingeladen. Ihr Freund ließ uns rein, sie kam später. Und dann kam sie und sagte die Worte, die ich wohl nicht mehr vergessen werde: „Dein Bruder ist Heroin-abhängig und schlägt seine Frau.“ 

Ich mache einen Absatz damit ihr das verarbeiteten könnt. Damit ihr vielleicht nachspüren könnt, was mir durch den Kopf ging. 

Mit diesen Worten hatte der Horror aber erst begonnen. Ab da hatte ich kaum eine ruhige Minute und spürte, wie schlimm es meiner Schwägerin – von der er mich immer ferngehalten hatte – gehen musste. Sie musste die Hölle auf Erden durchleben. Zuhause mit ihrer 7-jährigen Tochter und ihrem 5 Monate alten Sohn – gefangen in einer Hölle und in der ständigen Angst, was wohl wieder passieren würde…

Am 3. November wachte ich mit Kopfschmerzen auf und wusste: Heute wird es passieren, heute wird sie endlich zur Polizei gehen. 

Ich ging zur Uni, mein Handy immer griffbereit. Sonst habe ich mein Handy IMMER lautlos. An diesem Tag stellte ich laut und da – gegen 15:30 h – rief meine Mutter an. Ich wusste, es war passiert. Ich ging raus. Meine Mutter war aufgeregt, wollte unbedingt meinen Freund erreichen. Ich erreichte ihn schnell und bat ihn um einen Anruf bei meiner Mutter. Er rief mich bald zurück und erzählte es mir: Es war endlich alles vorbei. Ich weinte. Die Leute guckten seltsam, aber warum hätte mich das jetzt noch stören sollen? Der Albtraum hatte endlich ein Ende nach all den Jahren der Qual. 

Folgendes war passiert: 

Meine Mutter und meine Schwägerin waren zur Drogenberatung gegangen und hatten die Situation geschildert: mein Bruder ließ sein Heroin rumliegen wo die Kinder sich aufhielten. Die Drogenberatung schickte die beiden Frauen sofort zum Jugendamt und Polizei. Die Polizei stellte eine Wegweisungsverfügung aus und verabredete sich für 14:30 Uhr mit den beiden. Leider kamen sie zu spät und mein Bruder wachte mittlerweile auf. Er versuchte, seine Frau zu erreichen und schrieb ihr wütende Nachrichten, als sie nicht reagierte. Dann fuhr er auf einmal mit seinem Fahrrad los und fand die beiden Frauen zufällig. Er beschimpfte sie übelst und fuhr wieder weg. Zwischenzeitlich traf die Polizei ein. Mein Schwägerin empfing nun Nachrichten wie „Du Fotze, geh sterben, nichts anderes hast du verdient. Ich bring dich um, du Fotze.“ 

Es fällt mir schwer, diese Nachrichten hier zu wiederholen, weil es so abartig ist und so schrecklich zu hören/lesen. 

Seine Frau, die ursprünglich nur die Wegweisungsverfügung ihm hatte ausliefern lassen wollen, war damit verloren für ihn. Er hatte das Faß zum Überlaufen gebracht. Die jahrelangen Drohungen, Bechimpfungen, Hasstiraden und vor allem die aktuellen ließen alle Dämme brechen. Sie packte alles aus: die Graffiti, den Drogenkonsum, den Drogenhandel… Einfach alles. Die Polizei bat sie, ihn zum Haus zu locken – was sie auch tat. Er schlich sich an. Zu spät bemerkte die Polizei ihn. Einer rief: „Stehen bleiben, Polizei!“ Doch da rannte er wieder weg. Die Polizisten verfolgten ihn und bekamen ihn auch. 

Seitdem sitzt er in U-Haft. Und wieder einmal sind alle anderen Schuld. Nur er nicht. 

Jeden Tag kommen neue schreckliche Dinge aus Licht: schon seine erste „große Liebe“ schlug er; mit 12 Jahren begann er mit Speed; über mich erzählt er, ich sei ein „Psycho“ und habe ihn immer geschlagen; ich weiß von 3 Frauen, denen er etwas gebrochen hat; er war stolz und brüstete sich mit seinen „gebrochenen Nasen“; auch die kleine Tochter meiner Schwägerin beschimpfte er mit „undankbares Scheißkind“ – die Kleine musste ihn Papa nennen, damit bloß keiner wusste, dass seine Frau schon mal mit jemand anderem ein Kind bekommen hatte…

Und jetzt möchte ich noch eine Hommage an meine Schwägerin schreiben: Sie ist wohl die mutigste Frau die ich kenne! Sie hat meinen höchsten Respekt, wie sie mit der Situation umgeht bzw., dass sie diesen mutigen Schritt gewagt hat! Ich weiß, sie hört es nicht gerne, trotzdem: Für mich ist sie die mutigste Frau die ich kenne! Und trotzdem sie dauernd auf Menschen trifft, die ihr weismachen wollen, mein Bruder sei ja so ein lieber Mensch und von seinem Anwalt belästigt wird, der sie verunsichern will – SIE BLEIBT STARK. Unglaublich…

Trotz der grausamen Situation hat es auch was Gutes: Die Frauen dieser Welt werden endlich vor meinem Bruder geschützt und ich darf ENDLICH meinen Neffen kennenlernen und diese wunderbare Frau, die meine Schägerin ist und so eine tolle, kluge, hübsche, liebe Tochter hat!

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Sehr geehrte Damen und Herren bei Vodafone

Nun nutze ich seit zwei Wochen Ihren DSL-Anschluss und sehne mich nach dem Ende der Vertragslaufzeit.

Zu Beginn war ich begeistert: alles klappte gut, der Techniker kam wie vereinbart, der Anschluss funktionierte schnell und die Easy Box sah schick aus.

Doch genau da liegt das Problem aus. Sie sieht schick aus. Ist vielleicht die Schönste ihrer Art. Aber: Sie kann nichts. 

Denn noch am Tag des Anschlusses stellte ich fest, dass ich im Schlafzimmer meiner 90qm-Wohnung leider keinen Empfang mehr hatte. Ich schob das zuerst auf die dicken Wände. Dann auf die kleine Antenne der mobilen Endgeräte. 

Und dann begab ich mich auf die Suche nach Antworten.

Ich las die Bewertungen bei Amazon, googelte „Easy Box geringe Reichweite“ und was ich fand, erschütterte mich: Die Bewertungen auf Amazon waren schlecht bis sehr schlecht. Von „totaler Schrott“ über „schlechter gehts kaum“ bis „unbrauchbar“. 

Ich googelte die Easy Box, meinen hübschen aber nicht mehr ganz so attraktiven Router und fand einen Artikel von Chip aus dem Jahr 2013. Es ging um den Router-Zwang. Und siehe da: Vodafone zwingt seine Kunden, seine Router zu nutzen. Will man dem entkommen muss man einen guten Router kaufen (trotzdem aber einen von Vodafone kaufen, da man beim Vertragsabschluss praktischerweise einen Router mitkaufen muss), bei der Vodafone-Hotline anrufen um seine DSL-Zugangsdaten zu erfahren (diese bekommt man nur ohne Anruf, wenn man den teuersten Anschluss bucht oder 4 € zusätzlich pro Monat bezahlt), dann die Konfiguration exportieren und diese – da verschlüsselt – dann mit einem Entschlüsselungs-Tool nutzbar machen. 

Ich googelte weiter und fand Forumseinträge, wo Menschen sich darüber echauffierten wie schlecht die Reichweite sei und als ich schließlich einen Tatsachenbericht las, in dem es hieß, man müsse beim Austausch der Easy Box erst mal auf das Internet verzichten und sich Urlaub nehmen um auf die Lieferung zu warten – da dämmerte mir, dass ich noch genau 23 Monate habe bis ich den Anbieter wechseln kann.

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Da bin ich mal wieder…

Hallo ihr Lieben!

Da gucke ich doch heute mal wieder seit langem hier vorbei und entdecke, dass die Besucher-Zahl bzw. Aufrufszahl – für meine bescheidenen Verhältnisse – explodiert ist!
Tausend Dank! Das freut mich wirklich so 🙂
Vielleicht interessiert es Euch, was ich derzeit so treibe…
Völlig überraschend habe ich zwei Tage vor Beginn der Einführungswoche im Losverfahren einen Studienplatz für Psychologie bekommen! Erst mal war ich völlig aus dem Häuschen, dann fix und fertig, dann habe ich ein wenig verdrängt, dann hab ich kaum geschlafen und Problemberge gewälzt, dann habe ich mich etwas runterfahren können – dank meinem geliebten Achtsamkeits-Buch (meiner Bibel) -, dann habe ich mal einfach gemacht. 
Und Leute ich kann Euch nur eines berichten: Es ist Hammer! Klar: Die nächsten fünf Jahre (mit Master) wird erst mal studiert, viel Geld wird nicht da sein, es wird stressig, Prüfungen, Lernen etc. Aber ich weiß jetzt schon: ich habe die richtige Entscheidung getroffen! Es macht einfach so viel Spaß und bisher sind alle Vorlesungen spannend gewesen – sogar Statistik 😉 Und es ist so ein super Gefühl, endlich gefunden zu haben, was zu mir passt. Ich merke einfach: das ist es, das bin ich. Sicher, der Weg hier her war hart und ich habe auch einige nicht ganz richtige Entscheidungen getroffen aber ich kann jetzt sagen, dass ich nichts bereue. Mein Weg ist in Ordnung so, der darf so sein. Unnötig, Annahmen über „Was-wäre-wenn“ zu treffen. Ich weiß einfach, dass ich jetzt ankomme und das reicht. 
Leute, ich bin glücklich. Ich freue mich auf alles, was kommt. 

 

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Gewinner und Verlierer

Unsere Arbeitswelt – so hat man den Eindruck – spaltet sich immer mehr in Gewinner und in Verlierer. Aber muss das so sein, damit unsere Wirtschaft boomt? Oder bleiben inzwischen nicht doch zu viele Menschen dabei auf der Strecke?

Eben kam ein guter Beitrag im BR, den ich Euch nicht vorenthalten will.

Obige Eingangsfrage stellte die Reporterin von laVita und ich war sofort gefesselt, da ich mir selbst oft diese Frage stelle. Gerade in und nach meiner Kur, wo in einer psychosomatischen Klinik sich ca. 70% Burnout-Patienten aus den unterschiedlichsten Unternehmen befanden, wurde mir klar: Die deutsche Wirtschaft mag zwar boomen, aber zu einem sehr hohen Preis! Und wofür? Damit wir immer mehr Kliniken brauchen, um die Menschen, die sich kaputt arbeiten, wieder einigermaßen lebensfähig zu machen – Rückfall nicht ausgeschlossen!

Kranke Welt…

Hier der Link zum Beitrag: http://mediathek-video.br.de/B7Mediathek.html?bccode=both

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Tag 57 – 15. Juli – Abreise

12:11h

Sitze im Auto, Mama fährt. Freue mich auf das Leben. Bin so gespannt. Endlich werde ich leben und kennenlernen, was es heißt, Mensch zu sein.

Ich bin SO dankbar.

So ein emotionaler Tag!

Bin so gegen 5h aufgewacht und konnte nicht mehr schlafen. C. hat mich so belastet. Gegen 7h stand ich auf, duschte und packte den Rest zusammen. Manu ging, als ich in der Dusche stand, so konnten wir uns nicht voneinander verabschieden. Schade. Auch für sie. Mich überkam tiefe Traurigkeit. Ich zahlte, holte den Gepäckwagen und fuhr mein Gepäck runter.

Beim Frühstück verabschiedete ich L.. Wir waren beide sehr emotional, sie konnte nicht weinen, ich weinte. Ich gab ihr meine Karte, sie freute sich.

P. verabschiedete ich danach. Dann überkam es mich wegen C., wir gingen noch mal kurz raus und sie redete beruhigend auf mich ein. Ich werde sie sehr vermissen! Sie schenkte mir eine wunderschöne selbstgemachte Karte die mich zeigt mit Psychologie-Abschluss in der Hand.

Mama kam schon um kurz nach 9h, wir packten gleich das Auto, es ging schnell. Dann hieß es warten.

Ich wurde immer angespanntert und ranzte sie nur noch an. Wir weinten beide. Ich ging raus in den Garten, ließ sie in der Cafeteria warten. Und dann war es so weit. Das Gespräch wurde ungeheuer emotional, wir weinten beide viel. Frau H. war da und sie war lieb und neutral. Wir konnten Vieles klären/ansprechen, ich sprach alles aus, was auf meiner Liste stand. Danach hatte ich Schulter- und Nackenschmerzen. Die große Last auf meinen Schultern, die dort seit Jahren drückt, fiel ab. Jetzt fühle ich mich dort einfach nur leicht und frei. Danach ging mir durch den Kopf: Freiheit! Ich bin frei. Endlich.

Und dann kam für mich das Schönste: Noch einmal mit Frau H. Gespräch. Wir erledigten die Formalitäten mit allen offiziellen Formularen, dann redeten wir noch. Immer wieder meinte sie, ich werde die psychologischen Formulierungen schon eines Tages verstehen und spielte auf mein baldiges Studium an. Als erstes sprach ich an, wie schlimm es mir nach meinem Einzel gegangen war. Und siehe da: Sie hatte das Gefühl gehabt, ich hatte gehen wollen und endlich meine Ruhe haben wollen. Sie entschuldigte sich mehrfach. Das war schön. Als ich sagte, dass es für mich ja der Klassiker sei – erst vertraut dann verlassen – schlug sie die Hände vor dem Gesicht zusammen. Sie begriff, was schief gelaufen war. Aber ich konnte ihr auch sagen, dass es für mich sehr hilfreich und heilsam gewesen war und mir noch mal ganz viel gezeigt hatte.

Sie las meine Karte und freute sich.

Sie fand die Karte bzw. mein Einschulungsfoto so hübsch und stellte es an die Seite, weil es zu persönlich sei, als dass es Jeder gleich sehen sollte. Beim Lesen musste sie grinsen aber widersprach auch. Den größten Teil der Arbeit hätte ich geleistet. Dann wollte sie, dass ich mir das noch mal selbst sage und mir die Schulter klopfe bzw. streichle.

So Vieles sagte sie mir noch:

–       sie würde mich als Mensch vermissen

–       sie würde sich freuen, wenn ich Psychologie studierte

–       sie lässt mich mit einem lachenden und einem weinenden Auge ziehen: lachend, weil sie weiß, dass es bei mir jetzt richtig losgeht und gut wird; weinend, weil sie mich vermissen wird

 

Dann umarmte sie mich und wünschte mir noch mal „Alles Gute“.

Wir sprachen kurz. Sie sagte: „Ein kleiner Schritt für Sie, ein großer Schritt für die Menschheit.“ Ob die überhaupt bereit für mich sind? Oh ja, sagte sie.

Dann umarmte sie mich noch einmal bei der Tür, ich dankte ihr noch mal, dann ging ich. Wir konnten uns beide kaum trennen, sie guckte mir hinterher. Dann sagte ich: „Es wird Zeit, zu gehen.“ – „Ja.“ Ich winkte noch mal und ging.

Ich werde oft an sie denken, sie hat mir so viel gegeben und beigebracht. Ich hoffe, dass sie ein Teil meines Lebens bleibt.

Danke für Alles.

Du hast mein Leben so sehr bereichert.

22:31h

Tja, jetzt kann ich also wieder singen „Ich bin solo“.

Ewig lange Autofahrt und schlimme Staus. Um 20:15h war ich Zuhause. C. kam um 20:30h. Er wollte raus, spazieren. Es ging mir schlecht, ich war erledigt, aber ich tat, was er wollte, wieder mal. Er sah, dass es mir schlecht ging und trotzdem wollte er unbedingt raus. Nicht mal da hat er Rücksicht genommen. Wir setzten uns auf eine Decke und dann machte er Schluss. Er fragte nicht, er diskutierte nicht. Er hatte schon entschieden.

Ich bin so traurig, so wütend, kann nicht fassen, was passiert ist. Ich habe jetzt alles zusammengepackt, was irgendwie mit ihm zu tun hat und werde ihm morgen eine Email schreiben, dass ich ihm den Kram vorbeibringe. Ich kann hier nichts rumliegen haben, was mich auch noch im Entferntesten an ihn erinnert.

Tja, alles aus. Schluss, aus und vorbei.

Ich kann es einfach nicht fassen. Und dann öffne ich den Computer und er hat gleich mal den Dropbox-Ordner gelöscht.

Geile Sache.

Unser Leben passt in zwei Plastiktüten. Eine von ALDI, eine von adidas. Sie stehen ordentlich an der Wand und sind prall gefüllt. Sein Foto ist zerrissen und liegt im Gelben Sack.

Was mache ich jetzt nur? Es hält mich gar nichts mehr hier und Österreich ist mir versaut. Österreich wird für mich der Grund sein, warum es nicht geklappt hat. Jetzt habe ich das Gefühl, nur weil ich Wünsche und Bedürfnisse habe ist es vorbei. Das tut so weh. Als ich meinen Weg nicht kannte, war alles okay, aber jetzt, wo ich meinen Weg gehen will ist alles aus.

Und das ganze Gelaber von wegen Fernbeziehung kriegen wir hin, ich werde dir nie im Weg stehen, das wird schon alles.

Es wird eben nicht alles. Es wird gar nichts.

Schwupps, da war es aus.

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Tag 56 – 14. Juli

09:11h

Der vorletzte Tag bricht an.

Beim Frühstück war ich richtig gut! Die alte verbitterte, die mich angegriffen hatte war da und noch eine H. mir gegenüber. Also traute ich mich nicht, etwas zu sagen. Die Verbitterte ging. H. und ich schwiegen uns an. Schließlich traute ich mich, etwas zu sagen. Dann kam die Verbitterte wieder. Ich sprach es also einfach an. Beide sagten, dass wäre nicht so gemeint gewesen und würde sicher im normalen Leben immer wieder vorkommen etc. Entschuldigung hörte ich nicht, aber danach waren sie etwas betroffen und richtig lieb mit mir und banden mich ins Gespräch mit ein. Oh was war und bin ich stolz auf mich! Tschakka! Ich sprach kurz mit L. und erzählte ihr davon. Sie sagte, ich sei auf einem sehr guten Weg. Das freute mich total.

Nun warte ich auf Muttern. Bin komischerweise gar nicht so tödlich nervös, vielleicht wegen des Erfolgs am Frühstückstisch.

Was mich sehr traurig macht ist die Distanz zwischen C. und mir. Wenn wir schreiben, dann ist es freundschaftlich, da ist nichts, was mit Liebe zu tun hätte. Und noch trauriger macht mich, dass ich damit gerade das Gefühl austeste, getrennt zu sein und nur befreundet. Und das allerschlimmste: es geht. Ich bin nicht verzweifelt.

Es wird komisch sein, ihn morgen (ja, morgen schon – krass!) zu sehen. Sehr komisch.

Gestern der Abend mit meinen Freunden  I., H. und D. war schön. Sie waren aber alle sehr erschöpft, weil sie die Nacht vorher feiern waren mit viel Alkohol und kaum geschlafen hatten und dann die lange Autofahrt. Da wurde mir bewusst, wie sehr ich dieses Leben mittlerweile verabscheue. Ich passe gar nicht mehr in meine Altersklasse! Wenn ich daran denke, auf den Marktplatz feiern zu gehen, wird es mir ganz anders. Ich habe keinen Bock mehr auf Suff und feiern und besoffene Gestalten, die keine Kontrolle mehr über sich haben. Ekelhaft. Und als I. dann anfing mit „Wir müssen das machen und das machen und das. Oh je, wir haben ja nur zwei einhalb Tage!“ da wurde es mir auch anders. Aber ich bremste sie und sagte ihr, ich werde mir keinen Stress machen und alles auf mich zukommen lassen. Ich plane nichts, es wird schon schön – Hauptsache, sie ist da.

So, jetzt werde ich mal vor mich hingammeln und warten…

21:36h

Der Tag war eigentlich ganz schön. Zwischendurch war ich echt genervt, aber das ging vorüber. Und richtig wütend macht es mich zu sehen, dass Mama so gar nicht auf sich achtet. Sie läuft total langsam und hat dauernd Schmerzen, mal richtig schlimm, mal aushaltbar. Und sie tut nichts dagegen! Tja, es ist nicht meine Verantwortung…

Erst mal habe ich sie durch’s Haus geführt, sie fand es toll. Dann haben wir Weißwürstchen beim Badehaus gegessen. Anschließend habe ich das Fahrrad ins Auto geladen und war total froh, dass es geklappt hat. Die Reifen mussten zwar ab, aber die nehmen H. und D. mit.

Danach fuhren wir auf die Seiseralm und checkten Mama ein. Anschließend ging es nach Prien und wir nahmen das Schiff zuerst zur Herreninsel, dann zur Fraueninsel, dann nach Seebruck und zurück nach Prien. Auf der Fraueninsel machte ich autogenes Training mit Mama, danach ging es ihr ein bisschen besser. Und im Klosterladen kaufte ich blöder Trottel – ja, das muss auch manchmal gesagt werden! – ein Buch über Welpenerziehung für C..

In Seebruck stiegen I., H. und D. zu und wir fuhren zusammen zurück. Sie luden meine Reifen ein und fuhren dann zum Essen. Mama und ich aßen beim Griechen in Bernau, es war richtig lecker.

Jetzt bin ich auf dem Zimmer, habe fertig gepackt und bin traurig:

Auf der Herreninsel hatte ich C. geschrieben, dass ich ihn vermisste. Seine Antworten waren ja eh seit unserem Telefonat komisch. Und da fragte ich ihn, ob das richtig sei. Ja, es wäre alles schwierig für ihn und er sei sehr aufgewühlt. Ich drängte ihm einen Telefonanruf auf. Ich versuchte ihm begreiflich zu machen, dass es etwas wichtiges war, was ich ihm gesagt hatte aber das es mir nicht so krass um Trennung ging und das ich nicht will, dass es ihm schlecht geht. Er wehrte alles ab und wir legten wieder auf. Alle seine WhatsApps sind einfach komisch und mittlerweile denke ich, dass er derjenige sein wird, der sich trennen will. Jetzt bin ich sehr traurig. Als ich noch über Trennung nachdachte, war alles okay. Aber seit ich jetzt denke, dass er es beenden will bin ich total traurig. Ich weine. Warum? Es macht doch eigentlich nichts aus, wer es beendet. Wollte ich nur drohen? Will ich immer nur drohen? Drohe ich mit Trennung, um meine Forderungen effektiver zu machen? Ich weiß es nicht! Das ist das einzige Thema, was ich nicht analysiert bekomme und mir nicht so erklären kann, dass es mir besser geht. Er macht mich aber auch wütend. Wieso schreibt er so beschissene WhatsApps? Er schreibt, als seien wir einfach nur Freunde. Er weicht mir aus, er geht nicht richtig auf das ein, was ich schreibe. Er schreibt mir wie einem Fremden. Ich merke, dass wir gar keine richtige Verbindung haben. Das fühlt sich schrecklich an. Aber vielleicht werde ich da durch müssen. Ich glaube wirklich, dass er Schluss machen wird. Scheiße, warum?! Warum kann es nicht einfach passen? Warum muss da so ein beschissener Unterschied zwischen uns sein, der uns eine Beziehung unmöglich macht? Warum?

Ich habe Angst vor morgen. Habe Angst, von ihm zu hören, dass es aus ist. Habe Angst zu hören, dass er nie einen Schritt auf mich zugehen würde was die Wohnortwahl betrifft. Und dann muss ich mir sagen, dass ich es aber verdiene, dass jemand wenigstens ein bisschen auf mich eingeht und mir zuliebe etwas versucht. Aber vielleicht ist das auch der Unterschied zwischen uns beiden? Er hat so seine Ansichten und Vorstellungen und von denen wird nicht abgewichen. Und ich? Habe auch meine Ansichten und Vorstellungen aber versuche, auf ihn einzugehen und zu akzeptieren und anzunehmen, was er mag, was ihm wichtig ist. Wir sind uns so fremd. Es ist alles so anders. Wie konnte das nur passieren? Habe ich die Beziehung riskiert? Habe ich es versaut? Warum???? WARUM?

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